Hochgenuss

„Fast zu schade zum Essen“, dachte ich, als ich diesen formvollendeten Steinpilz im sandigen Boden fand und vorsichtig aus der Erde drehte. Er zeigte den typischen, bauchigen Wuchs, war nahezu unberührt von gefräßigen Schnecken und noch unentdeckt von Maden und Würmern. Vorsichtig trug ich ihn nach Hause, befreite ihn mit einem Pinsel vom Sand und überlegte, wie ich dieses selten schöne, aromatisch duftende Fundstück kulinarisch zum Glänzen bringen könnte. Bald stand fest: Dieser Steinpilz darf weder zerkocht noch getrocknet werden, er ist würdig – wie eine Trüffel – roh genossen zu werden. Dazu braucht es keine raffinierten Gewürze und auch keine innovativen Rezepte. Höherer Genuss durch Reduktion auf das Wesentliche: eine Formel, die nicht nur in der Küche, sondern auch im Leben erstaunliche Wirkung zeigt. Denn oft ist das Einfachste tatsächlich das Beste:

Spaghetti mit gehobelten Steinpilzen

In einem Topf mit gesalzenem Wasser kochen wir Spaghetti bissfest. Nudeln auf dem Teller anrichten, Steinpilze in hauchdünne Scheiben schneiden (entweder mit einem sehr scharfen Messer oder einem Trüffel-/Käsehobel). Pilzscheiben vorsichtig unter die Nudeln heben, feinstes Olivenöl darüber träufeln und sofort genießen.

Mehr Pilzrezepte:

Kartoffel-Pilz-Suppe aus dem Wienerwald

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