Am Abgrund

Es geht keinen Schritt mehr weiter. Der Blick nach unten ist schwindelerregend. Es gibt keinen Ausweg. Kein Vor, kein Zurück. Jede noch so kleine Bewegung, ja sogar jeder Atemzug scheint unmöglich. Doch ewig so stehen zu bleiben ist auch keine Lösung. Ein Gefühl der Hilflosigkeit macht sich breit und füllt den leeren Raum aus. Bange Fragen im Kopf: Wie wird das sein, zu stürzen und ins Bodenlose zu fallen? Es ist das Gefühl, das uns während einer Lebenskrise befällt. In einer solchen Situation Hilfe in Anspruch zu nehmen, fällt vielen schwer. Und zwar genau dann, wenn sie diese am dringendsten benötigen würden. Dabei scheint alles ganz einfach und logisch: Wer merkt, dass sein Nacken verspannt ist, gönnt sich eine Massage durch geschulte Hände. Wer findet, dass er ein paar Kilos zu viel hat, versucht es mit einer von einem Experten begleiteten Ernährungsumstellung. Genau so selbstverständlich sollte es sein, sich auch um seine psychische Befindlichkeit zu kümmern. Das seelische Leid auszusprechen ist jedoch noch immer ein Tabu. Die psychosoziale Beratung dient dazu, Menschen in Krisen beizustehen. Ihnen zu ermöglichen, ohne Schamgefühle ganz offen über ihre Lebenssituation zu sprechen und neue Perspektiven und Lösungsansätze sichtbar werden zu lassen. Das vorrangige Ziel dabei ist, jeden wieder handlungsfähig zu machen. Dann kann der Klient selbst entscheiden, ob er sich umdreht und den Abgrund mit schnellen Schritten hinter sich lässt oder sich eine starke Hängebrücke baut, um ihn überwinden zu können.

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