Wald-Bewohner

Mein letzter Waldspaziergang hat mich gelehrt, dass es in der Natur fast ebenso viele Wohnformen gibt wie bei uns Menschen. Was wäre, wenn die Tiere sie in ähnliche Kategorien einteilen würden, wie wir es bei Immobilien tun?

Erdgeschoß-Appartement mit Gartenanteil:

Exklusive Souterrain-Wohnung:

Dach-Maisonette mit Grünblick:

Luxuriöse Single-Garconniere:

Preisgekrönte Architekten-Villa:

Freundliches WG-Zimmer:

Preiswertes Eigen-Heim:

Sollten Sie sich für eines dieser Objekte interessieren, vereinbaren Sie einen individuellen Besichtigungstermin bei Beratung im Wienerwald. Und schon bald werden Sie sich im Wald wie zu Hause fühlen.

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2011 – Das Jahr des Waldes

Das Jahr des Waldes hat gerade begonnen. Die Vereinten Nationen haben 2011 zum International Year Of Forests ausgerufen. Unter dem Motto „Celebrating Forests For People“ finden weltweit zahlreiche Veranstaltungen statt, um die Bedeutung der Wälder ins Bewusstsein möglichst vieler Menschen zu rufen. 31% der Landfläche unserer Erde sind (noch?) von Wald bedeckt.

Was tun die Wälder für uns ?

– sie beherbergen rund 80% aller bekannten terrestrischen Tier- und Pflanzenarten.

– sie sind von unschätzbarem Wert für das Klima, indem sie CO2 binden, Sauerstoff produzieren und Wasser speichern.

– sie bieten Schutz vor Bodenerosion, Lawinen und Erdrutschen.

– sie sichern die Existenz von rund 300 Millionen Menschen, die im Wald leben (indigene Völker im Regenwald), fünfmal so viele leben direkt oder indirekt von Wäldern und Waldprodukten.

Was können wir für die Wälder tun ?

– sie nachhaltig bewirtschaften, das bedeutet, nicht mehr zu entnehmen als für kommenden Generationen nachwachsen kann.

– natürliche Lebensräume und Ökosysteme schützen und so die Artenvielfalt erhalten. (z.B. Kernzonen Biosphärenpark Wienerwald)

– unsere Mitmenschen für die Bedeutung des Waldes sensibilisieren, Umwelterziehung schon bei Kindern (z.B. Waldpädagogik).

Persönliche Beziehung zum Wald

Das Jahr des Waldes 2011 ist eine gute Gelegenheit, sich mit der eigenen Beziehung zum Wald auseinanderzusetzen und zu erkennen, dass jeder einzelne von uns nicht nur Beobachter, sondern selbst Teil dieses großen Ökosystems ist. Ich möchte Sie gerne einladen, das zu erleben. Sie werden staunen, wie viel der Wald zu Ihrem physischen, psychosozialen und seelischen Wohlbefinden beitragen kann. 

http://beratung-im-wienerwald.at

 

November-Farben

Wer glaubt, im November sei der Wald nur grau in grau, der irrt. Und wer denkt, dass die Pilzsaison nur von Juli bis September dauert, liegt ebenso falsch. Die Pilze zeigen sich das ganze Jahr über in ihren unzähligen Erscheinungsformen. Wenn das bunte Laub schon fahl und grau am Waldboden liegt, erscheinen besonders farbenprächtige Exemplare wie der Goldfell-Schüppling, der in charakteristischen Büscheln an den Stämmen lebender oder bereits abgestorbener Laubbäume wächst. Diese harmonische Ansammlung von Einzelindividuen lässt an soziale Systeme denken. Auch wir stehen nicht alleine im Wald, sondern sind umgeben von anderen, uns nahestehenden Personen. Von Familienmitgliedern, Freunden und Arbeitskollegen. Zeichnen Sie doch einmal so eine Gruppe von Pilzen auf ein Blatt Papier und schreiben Sie Namen in die Hüte. In meiner Praxis verwende ich diese Übung, wenn sich jemand gerade einsam und isoliert fühlt, vom Novembernebel eingehüllt ist und kaum mehr etwas wahrnehmen kann. Meist gelingt die Überraschung und der Einsame erkennt, dass seine benachbarten Pilze viel bunter und zahlreicher sind als er je gedacht hätte.

Herbstkater zu Besuch

Die letzten Farben im Garten sind durch den Besuch des Herbstkaters bereichert worden. Sein stahlblau-graues Kartäuserfell bildet einen schönen Kontrast zu den tiefroten Ahornblättern und der im November eher verhaltenen Palette an Grüntönen. Der Kater ist bei uns in der Gegend vor einiger Zeit zugewandert. Der Besitzer konnte nie ausfindig gemacht werden. Das prächtige Tier wohnt mittlerweile in der Nachbarschaft, wurde von jemandem aufgenommen und wird regelmäßig gefüttert. Doch meinen eher wilden Waldgarten hat der Kater als Revier auserkoren. Hier darf er ungestört umherstreunen und hat einige geheime Lieblingsplätze unter Sträuchern und Bäumen. Manchmal denke ich, dass ihm draußen zu kalt wird, dann lasse ich die Tür einen Spalt offen. Hereingekommen ist er jedoch noch nie und ich bin ihm deswegen nicht böse. Seine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit will er eben behalten und das ist zu respektieren. Eigensinn kann sehr elegant sein…

Mehr Herbstimpressionen: 

Drachenflug

Herbstfeuer

Herbsüßer Herbst

Slow Down

„Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“

(Aus Japan)

 

 Wecker, Aufstehen, ein Blick in den Kalender. Meetings. Terminkollisionen. Team-besprechungen. Projekt-vergaben. Deadlines. Ein Arbeitspensum, das sich kaum in einen einzigen Tag quetschen lässt. Zwischendurch der Stau, die Panne, das Strafmandat, die Zugverspätung, die Schlange an der Supermarktkassa. Entnervte, gleichermaßen gestresste Mitmenschen mit verhärmten Gesichtern, hängenden Mundwinkeln und hoher Aggressionsbereitschaft. Beschimpfungen, die zu lautstarken Diskussionen werden und sich letztendlich in kopflosem Gebrüll entladen. Endlich zu Hause: die Waschmaschine hat ihren Geist aufgegeben und stattdessen eine Pfütze im Bad verursacht. Wischen, Putzen, Kochen, das Geschirr vom überhasteten Frühstück heute morgen wegräumen. Der Rest der Familie trudelt ein, der letzte schon zu nächtlicher Stunde. Erschöpftes Einschlafen vor dem Fernseher oder über einem Buch, von dem keine einzige Zeile mehr gelesen wurde. Die Gedanken kommen nicht zur Ruhe und kreisen um den morgigen Tag, der ebenso rastlos sein wird wie der heutige. Die Spirale dreht sich immer weiter nach unten und kann – wenn wir nicht auf uns achten – im Burnout enden. Wenn Sie sich aber fragen: „Wozu das alles ?“ oder „Das soll mein Leben sein ?“, haben Sie bereits den ersten Schritt Richtung Entschleunigung getan. In meiner Beratungspraxis empfehle ich in so einem Fall, sich symbolisch in eine Schnecke zu verwandeln. Für den Anfang genügt eine halbe Stunde pro Tag. Sie werden diese Zeit bald freiwillig verlängern.

Der Vorhang fällt

Die ersten Fröste zwingen die bunten Blätter in die Knie. Bald werden auch die letzten unter ihnen von den kräftigen Herbststürmen weggetragen. Einige tanzen noch ein wenig mit dem Wind und versammeln sich zu laut raschelnden Laubhaufen, doch bald sind die leuchtenden Farben Geschichte. Der Verlust des Herbstlaubes stimmt manchen traurig. Viele haben bereits das triste Szenario kahler Bäume im Nebel vor dem geistigen Auge. Das Fallen des Blättervorhangs hat aber auch eine gute Seite: es gibt den Blick frei. Man sieht wieder höher hinauf in den Himmel und weiter zum Horizont. Erkennt vielleicht zuvor noch nie bemerkte Wege, Perspektiven, Möglichkeiten. Die Natur wird im späten Herbst und Winter zu einer leeren Leinwand, auf der ein ganz neues, farbenprächtiges Bild entstehen kann.

Drachenflug

Das Laub der Bäume und Sträucher verfärbt sich Gelb und Rot, die Herbststürme lassen auf den Wiesen die selbstgebastelten Drachen der Kinder in den Himmel steigen. Auch einen anderen – lebendigen – Drachen konnte ich vor der Eingangstüre meiner Beratungspraxis beim Flug beobachten, eine im Englischen so treffend als „dragonfly“ bezeichnete Libelle. Sie musste all ihre Hubschrauber-Kräfte aufbringen, um dem starken Wind zu trotzen. Erschöpft ließ sie sich dann auf einem herbstlich-bunten Zweig des Wilden Weines nieder. Genau in diesem Moment zeigte sich durch ein Wolkenfenster die Sonne – und auch der Sturm machte kurz Pause. Die schillernden Farben der Libellenflügel wurden sichtbar und vereinten sich mit den Rottönen der Weinblätter zu einer herbstlichen Kompostion, wie sie nur die Natur hervorbringen kann.