Sommer-Frische

Das halbe Jahr ist zu Ende. Der perfekte Zeitpunkt, um Pläne für Hälfte 2 zu schmieden, Visionen zu entwerfen und sich vorzustellen, was 2015 noch alles möglich sein wird. Und das am Besten beim Nichtstun. Beim Relaxen im Liegestuhl. Beim Beobachten der langsam vorbeiziehenden Wattewolken am blauen Sommerhimmel. Begleitet von Vogelgezwitscher und Froschkonzert.

Waldfrosch

In der Hand alles Erfrischende, das die Natur in dieser Jahreszeit zu bieten hat. Ein paar Zweige Zitronenmelisse, ein Rosmarin-Trieb, ein wenig Thymian, einige Salbeiblätter und im Wald gesammelte wilde Minze

Diese herrlichen Sommerkräuter ergeben nach 10 min in kochendem Wasser einen erfrischenden Tee, der sogar bei Temperaturen jenseits der 35 Grad das Schwitzen eindämmt. Am besten wirkt er nicht eisgekühlt, sondern lauwarm mit einer Scheibe Zitrone.

Kräutertee

Zurücklehnen. Entspannen. Genießen. Und Anstoßen auf einen unvergesslichen Sommer, in dem wir uns selbst ganz viel Zeit widmen.

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Distel und Daune

Eine stachelige Pflanze wie die Distel meiden wir eher. Es sei denn wir wären Esel, die sie bekanntlich mit Vorliebe verspeisen. Doch im Herbst verwandelt sich die kratzige Distel in einen flauschigen Traum. Die Widerhaken werden zu weichen Daunenwolken, mit denen man am liebsten ein Kissen füllen würde. Die noch duftigeren Pappelsamen werden tatsächlich gerade als Füllmaterial für Jacken und Schlafsäcke wiederentdeckt. Ich bin sicher, dass auch die Samenstände der verschiedenen Distelarten verwendet werden. Irgendwo im Verborgenen haben Haselmaus und Siebenschläfer sich ihre Höhle bestimmt kuschelig ausgepolstert und es sich so richtig gemütlich gemacht – für den langen Winterschlaf. 

Wir Menschen können manchmal nach einem langen, anstrengenden Tag einfach nicht einschlafen. Die Gedanken kreisen und stechen manchmal sogar wie Disteln. Doch in der Natur finden wir viele Helfer gegen Schlaflosigkeit: 

Gute-Nacht-Kräutertee

2 Teile getrocknete Melissenblätter

1 Teil getrocknete Lavendelblüten

1 Teil getrocknete Rosenblätter

1 Teil getrocknete Hopfenzapfen

Von dieser Mischung 1 TL mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 min ziehen lassen. Mit ein wenig frisch gepresstem Orangensaft verfeinern.

Der Weg wartet

 Welchen Weg soll ich einschlagen, wohin soll ich mich bewegen, wie soll es jetzt weitergehen ? Fragen,die mir in meiner Beratungspraxis immer wieder begegnen. Fragen, die sich viele von uns stellen. Besonders dann, wenn wir vor Entscheidungen oder an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt stehen. Als ich selbst in einer solchen Lage war, hatte ich eine fast schon magische Begegnung mit der strahlend-blauen Wegwarte. Starr hochgereckt stand sie da und es war mir, als würde sie in eine bestimmte Richtung zeigen. Ihre himmelsgleiche Farbe machte es mir unmöglich, sie zu übersehen. Sie ist der Leuchtturm des Waldes und der Wiese. „Hier ist er doch, der Weg – ich warte !“ rief sie mir zu. In diesem Moment erkannte ich, dass sie nur aussprach, was ich längst wusste. „Genug gewartet,“ kam die Antwort aus meinem Mund, „ich mache mich jetzt auf den Weg.“ Und als ob die Natur wüsste, dass dieser Weg manchmal weit und beschwerlich sein kann, trägt die Wegwarte auch gleich die Pause in sich. Aus ihren Wurzeln wurde lange Zeit Zichorienkaffee hergestellt.

Kräuter-Cocktail

Der wichtigste Proviant beim Wandern ist Wasser, vor allem im Sommer. Ich nehme es in einer Metallflasche mit, die ich immer wieder befüllen kann. Das ist umweltfreundlich, aber altmodisch. Im Moment sind Plastikflaschen mit Mineral-wasser in allen möglichen Geschmacksrichtungen und Pastellschattierungen angesagt. Meine Alternative dazu: ein paar Blätter frischer Minze direkt vom Wegesrand pflücken, ein wenig kauen, dazu ein kräftiger Schluck Wasser aus der guten alten Metallflasche (hält auch im Hochsommer das Getränk lange kühl) – fertig ist der belebende Kräuter-Cocktail. Vom Waldspaziergang nehme ich noch ein paar Zweige der lila blühenden Rossminze mit und trockne sie. 2 EL des getrockneten Krautes überbrühe ich mit einer Tasse Wasser, 10 min ziehen lassen. Ergibt einen guten Tee gegen „Bauchweh“. Von den modisch-bunten Kunststoff-Wässerchen habe ich mich leichten Herzens verabschiedet.