Reduktion als Bereicherung

Fastenzeit? Was heißt das eigentlich? Weniger ist mehr. Weniger Materielles, mehr Essenzielles. Weniger Besitz, mehr Substanz. Was wir nicht alles sollten und müssten. Wir haben To Do-Listen im Job abzuarbeiten und selbsternannte Style-Experten propagieren alle paar Monate die Must-Haves der Saison. Fasten kann auch heißen: weniger haben und weniger tun, dafür viel mehr Sein. Man selbst sein, zum eigenen Wesen, zum Kern, zur Seele zurückfinden. Der Weg zum eigenen Ich kann steinig sein und vielleicht gefällt einem nicht alles, was man da entdeckt, vielleicht hat man schon viel zu lange nicht mehr aufgeräumt. Und da ist die Angst, dass nichts mehr übrig bleibt, wenn die Äußerlichkeiten wegfallen, die Fassade bröckelt. Was wird sich dahinter verbergen? Was macht mich wirklich aus? Mein Haus, mein Auto, mein Beruf, meine Familie? Wer bin ich? Was bleibt von mir ohne Arbeitsplatz, ohne Partner, ohne Gesundheit? Manche sind 40 Tage in die Wüste gegangen, um Antworten auf diese Fragen zu finden, andere ziehen sich zum Fasten ins Kloster zurück. Vielleicht genügt als erster Impuls schon ein Spaziergang im Wald mit begleitender Beratung.

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„Compliment“ für neue Perspektiven

 „Compliment“ ist ein anspruchsvolles Magazin für Frauen ab 40 und hat in der Dez./Jänner-Ausgabe meinen mit systemischer Beratung kombinierten Wanderungen ein paar Zeilen in der Rubrik „Wohlfühlen“gewidmet. Der Jahresanfang ist besonders gut geeignet, um sich Gedanken zu neuen Perspektiven und Zielen zu machen und um ganz bewusst einen neuen (Lebens-)abschnitt zu beginnen. Der erste Wandertermin im neuen Jahr ist der 1. April 2011. Nähere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Ich freue mich, mit einer motivierten Gruppe individueller Persönlichkeiten im Wienerwald unterwegs zu sein, entspannte Gespräche zu führen, Visionen zu entwickeln, vielleicht noch verborgene Stärken jeder einzelnen Teilnehmerin zu entdecken und ein besonderes, gemeinsames Naturlerlebnis zu genießen.

Das professionelle Setting

Meine Ausbildung zur psychosozialen Beraterin habe ich glücklich abgeschlossen. Ich habe eine ganze Palette systemischer Interventionen erlernt, sie durch „Werkzeuge“ anderer Methoden ergänzt, viel über mich selbst erfahren und bin nun bereit, meine Beratungstätigkeit zu beginnen. Nun widme ich meine Aufmerksamkeit dem Rahmen, den ich meinen zukünftigen Klienten bieten möchte. Zu diesem professionellen Setting zählen die Klärung der Rahmenbedingungen im Vorfeld, aber auch die Praxisräumlichkeiten. Manche meinen, der Raum, die Einrichtung, die Optik wären eher nebensächlich, wichtig wäre einzig und allein die Qualität der Beratung. Dem ist nicht so: denn wie bei einem Bewerbungsgespräch gibt es nur eine einzige Chance, einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Und der sollte vor allem der Persönlichkeit des Beraters entsprechen. Deshalb werde ich keine knallbunten Bilder aufhängen, wenn es nicht zu mir passt. Ich werde keine „Freud´sche“ Ledercouch aufstellen, um meine Klienten nicht auf eine falsche Fährte zu führen. Alles wird eher schlicht und reduziert sein, damit nichts den konzentrieren Beratungsprozess stört. Wenn der Berater sich in seiner Arbeitsumgebung wohl fühlt, wird er das ausstrahlen – und das wird auch der Klient bemerken. In der vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre, die so entstehen kann, treten die Äußerlichkeiten wieder in den Hintergrund und dann zählt tatsächlich nur mehr die Beratungsqualität.

Herbstkater zu Besuch

Die letzten Farben im Garten sind durch den Besuch des Herbstkaters bereichert worden. Sein stahlblau-graues Kartäuserfell bildet einen schönen Kontrast zu den tiefroten Ahornblättern und der im November eher verhaltenen Palette an Grüntönen. Der Kater ist bei uns in der Gegend vor einiger Zeit zugewandert. Der Besitzer konnte nie ausfindig gemacht werden. Das prächtige Tier wohnt mittlerweile in der Nachbarschaft, wurde von jemandem aufgenommen und wird regelmäßig gefüttert. Doch meinen eher wilden Waldgarten hat der Kater als Revier auserkoren. Hier darf er ungestört umherstreunen und hat einige geheime Lieblingsplätze unter Sträuchern und Bäumen. Manchmal denke ich, dass ihm draußen zu kalt wird, dann lasse ich die Tür einen Spalt offen. Hereingekommen ist er jedoch noch nie und ich bin ihm deswegen nicht böse. Seine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit will er eben behalten und das ist zu respektieren. Eigensinn kann sehr elegant sein…

Mehr Herbstimpressionen: 

Drachenflug

Herbstfeuer

Herbsüßer Herbst

Green Carpet

„In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken

man jahrelang im Moos liegen könnte.“

(Franz Kafka)

Der samtig-grüne Teppich ist ausgerollt vor der Waldbühne. Schlanke, rehäugige Schönheiten versammeln sich hier, begleitet von klug-charmanten Füchsen im Pelz. Im Publikum: extravagante Gewächse mit bemerkenswerten Hutkreationen. Die Sonne schickt einen hellen Lichtstrahl wie einen Scheinwerfer durch das Blätterdach der Bäume. Der Wind sorgt für spektakuläre Spezialeffekte. Ein Raunen geht durch die Menge. Dann: Stille. Das Naturschauspiel kann beginnen. Jeden Tag findet hier – von vielen unbemerkt – eine sehenswerte Premiere statt, bei der jeder so sein darf, wie er wirklich ist. Den „Red Carpet“, den roten Teppich, mit all seinen künstlichen, prominenten Wesen, haben wir eingerollt und weggeräumt. Wir brauchen diesen Tummelplatz der Eitelkeit nicht mehr. Wer seine eigene Natur erkunden möchte, wird schon bald seinen ganz großen Auftritt haben.